Schön zu sein war schon immer das Bestreben der Menschen. Bereits in der Bronzezeit (ca.2.000-3.000 Jahre v. Chr.) wurden geschliffene Bronzeflächen gefunden, die vermutlich bereits damals als Spiegel Verwendung fanden. Besonders bekannt für ihren regelrechten Kult um die Schönheitspflege waren die Ägypter.

Das berühmte Cleopatra-Bad mit Milch kennt jeder und so ein bisschen erinnert auch die heutige Schönheitspflege an den Kult von damals. Natürliche und tierische Zutaten wie Öle, Fette, Honig oder Milch waren damals die Mittel für die Schönheitspflege und wurden in hohle Pflanzenstängel gepresst – das Prinzip ist identisch mit dem der heutigen Tuben, aus denen die Cremes sauber heraus gedrückt werden können.

Die Ägypter versuchten durch diese Schönheitspflege, optisch dem Gottesbild ähnlicher zu werden – und die Götter waren in ihren Vorstellungen perfekte Wesen.

Die Götter als Vorbilder

Auch das Schminken ist keine Neuerfindung der Zeit. Mit Holzkohle und Ruß wurden schon damals die Gesichter verschönert und körperliche Vorzüge betont – sowohl bei den Männern als auch den Frauen.  Durch die Schönheitspflege probierten die Menschen also schon vor tausenden vor Jahren einem Ideal nachzueifern, welches es eigentlich nicht gibt. Mal galt es als schön, wenn die Frauen ihre weiblichen Rundungen betonten (die Rubensfrauen sind hier ein schönes Beispiel), in einigen Ländern gelten noch heute über Jahre verformte, lange Hälse als schön und andere Kulturen brechen sich die Füße und deformieren sie, um einen Lotosfuß zu formen, der als Zeichen für Wohlstand gilt. Überhaupt ist die Schönheitspflege nicht selten ein Indiz dafür, dass gepflegte Menschen über mehr Besitz und Reichtum verfügen als andere. So ist es bis heute in vielen asiatischen Ländern ein Zeichen von finanziellem Wohlstand, wenn die Haut möglichst blass ist. Nachgeholfen wird hier natürlich meistens, denn wer mit einer weißen Haut auftrumpft, kann nachweisen, sich kaum draußen in der Sonne aufgehalten zu haben – dies tun nämlich nur die Arbeiter!

Die Schönheit ist heute individueller als je zuvor

Die Schönheitspflege hatte also damals (wie zum Teil auch heute noch) den Hintergrund, sich von anderen abzuheben, dem Ideal nachzueifern oder den eigenen (Wohl-)Stand in den Vordergrund zu stellen. Auch die Wissenschaft und Kunst hat sich mit der Frage nach de Schönheitsideal befasst und eine Proportion festgelegt, die diesem Ideal entsprechen soll.

Heraus kam der “Goldene Schnitt”, wie er schon auf dem berühmten Bild von Leonardo Da Vinci zu sehen ist.
schoenheit

Der Kult um die Schönheitspflege hat in den frühen Jahren der Menschheit begonnen und wird wohl niemals enden. Der Vorteil in der heutigen Zeit ist (in den meisten Länder und Kulturen zumindest), dass jeder seine eigene Vorstellung von Schönheit haben darf.

Alle Menschen dürfen heute ohne Zwang individuell sein – und sich dennoch schön finden.

Wer ein bestimmtes Schönheitsideal anstrebt, findet in der heutigen Schönheitspflege alle Mittel und Wege dazu, seinem eigenen Idealbild nachzueifern und die eigene Schönheit in den Vordergrund zu rücken – ganz ohne finanziellen oder kulturellen Hintergedanken.